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Das TeamNach dem letztjährigen ungefährdeten Bezirksligasieg und dem damit verbundenen Wiederaufstieg der SGS Barsinghausen Herren in die Landesliga, wollte man genau diesen Aufschwung mit in die höhere Liga nehmen.

Die Routiniers und vielseitigen Punktegaranten um Leo Fischer und Tim Krumfuss bildeten das Gerüst für das motivierte Männerteam. Die erfahrenen Spezialisten mit Maximilian Siebert und Niklaas Sonntag(Sprintstrecken), Maximilian Lindemann(Schmetterlingsstrecken), Malte Wortmann(Bruststrecken), Paul Knuth(Mittel- und Langstrecken) sollten den Anschluss zu den Top-Mannschaften wahren. 

Verstärkt hatte man sich um den jungen Lagenschwimmer Nico-Joe Jung und den Freistilspezialisten, Jonas Hesse, die das für seine gefürchteten Sprintqualitäten bekannte Team, auch über die Mittel- und Langstrecken verbessern sollte. Zudem bekamen drei Nachwuchsschwimmer die Chance, Landesligaluft zu schnuppern und zu zeigen, was in Ihnen steckt.

Der Deutsche Mannschaftswettbewerb im Schwimmen, ist neben den Staffelwettbewerben, die einzige Möglichkeit im Jahr, als Team einen Wettkampf zu bestreiten. Deshalb ist dieser Wettbewerb ungemein beliebt und wird als Saisonhöhepunkt genutzt um die Leistungen aller Sportler auf ein neues Niveau zu katapultieren. Im Osnabrücker Nettebad war die Stimmung von Beginn an, mitreißend. Jedes der 10 Frauen und Männer Teams, hatte seinen eigenen Platz am Beckenrand, brüllte eigene Schlachtrufe, ähnlich wie im Huddle beim American Football. Die Sportler wurden schon lange vor dem eigentlichen Startpfiff lauthals vom Team angefeuert, motiviert, so dass wirklich jeder einzelne Aktive, aber auch die Trainer unter einem enormen Druck standen.

Foto 2Elf Stunden lang dauerte der Wettkampf in zwei Abschnitte unterteilt, in denen alle Strecken die auch bei Welt- und Europameisterschaften geschwommen werden, zwei Mal geschwommen werden müssen. Jedes Teammitglied darf nur 5 Mal an den Start gehen, 34 sind davon insgesamt zu absolvieren. Viele Möglichkeiten Punkte zu sammeln, aber auch genauso viele wichtige liegen zu lassen. Das Ziel war ganz klar, im gesicherten Mittelfeld zu landen und die 16000 Punktemarke zu erreichen.

Tim Krumfuss und Leo Fischer brachten die SGS gleich auf Hochtouren mit einem Sieg über 100m Lagen(1:00,86-Leo) und zweiten Platz über 200m Freistil (2:00,06-Tim). Danach ging es vorerst nicht so überragend weiter. Routinier Malte Wortmann, kam überhaupt nicht im 100m Brust Rennen an und verlor wichtige Punkte, was sich auch über die 50m-Strecke wiederholte. Bis dann erneut Leo Fischer am Startblock stand und das Team wieder in die richtige Richtung lenkte. Mit 2:13,63 schwamm er nicht nur überragenden Stadtrekord über 200m Lagen, sondern wurde auch Zweitschnellster der Gesamtveranstaltung. Daraufhin folgten Bestzeit um Bestzeit und ein weiterer Stadtrekord, dieses Mal vom Schmetterlingsspezialisten, Maximilian Lindemann, der seinen eigenen Stadtrekord über die 200m-Distanz pulverisierte und eine 2:16,21 schwamm. Nun war die Euphorie groß, sie konnte aber noch nicht in die Tat umgesetzt werden. Es folgten einige mittelmäßige Leistungen mit sehr guten, allerdings von den Nachwuchsschwimmern, die noch nicht ganz die Punkteregionen erreichen wie die Erwachsenen. Hierbei sind besonders Florian Josopait, der sich über die harten 400m Lagen opferte und seine Bestzeit um sagenhafte 30 Sekunden (5:44,43) verbesserte. Ebenso wie Cedric Krüger der trotz noch nicht ganz auskurierter Erkältung, Bestzeit über 100m Rücken(1:06,98) schwamm.

Zur Halbzeit machte sich ein wenig Ernüchterung breit. Man stand auf dem 8. Platz, auf Tuchfühlung zu Platz 7 und 6. Man wusste, dass man zum derzeitigen Stand unbedingt 6. Werden musste, um die Klasse zu halten, da die Ergebnisse der 2. Bundesliga bedeuteten, dass zwei niedersächsische Teams in die Landesliga absteigen werden. Man rechnete hin und her, aber letztendlich war klar was zu tun ist. Der Coach Dennis Yaghobi, führte in der Pause viele Einzelgespräche, verteilte viele motivierende Worte, dem ein oder anderen auch ein paar ernstere und zückte kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit den Plan aus der Tasche. Dieser sah vor, dass in diesem Abschnitt über 200 Punkte mehr geplant waren, also der bessere Abschnitt nun folgen sollte. Schon war die Stimmung wieder am Siedepunkt angelangt und die Männer kämpften sich Rennen um Rennen, Pünktchen um Pünktchen nach vorne. In insgesamt 9 von 17 Rennen wurde Bestzeit geschwommen. Keine unnötigen Punktverluste mehr eingegangen. Es war ein harter Fight, den die Routiniers anführten und die Youngster bedenkenlos folgten.

So kam es, dass Paul Knuth, seine zweite Bestzeit an diesem Wettkampftag aufstellte. Nach 18:57,37 über 1500m, blieb die Uhr bei 2:24,37 über 200m Rücken stehen und machte mit diesen Leistungen Mut, den 6. Platz noch erreichen zu können.

Maximilian Siebert folgte dem Beispiel von Paul und schwamm seine ebenfalls zweite Bestzeit des Tages über seine vierte Strecke, die 50m Brust(30,22), nachdem er morgens schon sein 50m Schmetterlingsniveau(26,71) verbesserte.

Jonas Hesse fügte sich grandios in das Team mit seiner drei Bestzeiten ein und durchbrach die wichtige Schallmauer von 10 Minuten über die 800m in 09:58,38.

Der dritte Nachwuchsschwimmer, hinter dessen Einsatz noch lange ein Fragezeichen aufgrund einer Handverletzung stand, wollte dem Team ebenfalls helfen und schwamm 3 Sekunden unter seiner bisherigen 200m Schmetterlingsbestzeit(2:38,26).

Nun waren es noch vier Strecken und es trennten die Barsinghäuser 100 Punkte vom sicheren Ufer mit dem 6. Platz. Die W98 Hannover und TSV Quakenbrück, lagen schon abgeschlagen auf Platz 10 und 9, deren Abstieg gesichert war. Der 8. Platz hätte unter Umständen reichen können, aber man müsste auf Schützenhilfe der anderen Vereine und Ligen hoffen.

Man entschied sich, weiterhin hin alles aus sich herauszuholen und nun die direkten Konkurrenten vom TV Jahn Wolfsburg und des VfL Osnabrück zu bekämpfen.

Edelsprinter Niklaas Sonntag ging voran und schwamm zum wiederholten Mal unter 25 Sekunden über die 50m Freistil und ließ beide direkten Konkurrenten hinter sich. Neuling Nico-Joe Jung schwamm in beherzten 5:11,83 über 400m Lagen eine super Zeit und blieb den Vorderleuten an den Fersen, so dass die Lücke nur minimal vergrößert wurde. Nun kam erneut Nachwuchsschwimmer Cedric, der sich gegen die Erwachsenen der Konkurrenten behaupten musste. Und das tat er mit Bravur. Er schwamm nicht nur Bestzeit, sondern knackte erst als dritter Barsinghäuser Schwimmer überhaupt die 30Sekunden Schallmauer über 50m-Rücken in 29,91 und hielt die Hoffnung aufrecht.

Man rechnete schnell zusammen, wie groß der Abstand noch sein könnte. Ca. 150 Punkte waren es vor den letzten beiden Rennen. Man wollte es unbedingt schaffen und klopfte den zwei Säulen des Teams, Tim Krumfuss und Leo Fischer noch einmal motiviert und Zuversicht schenkend auf die Schultern. 150 Punkte sind viel, aber das Team wusste, dass die Wolfsburger und Osnabrücker ihre gesamten Trümpfe verspielt hatten und unsere nun am Startblock standen. Es entbrach ein minutenlanger Anfeuerungsruf der beiden Barsinghäusern noch einmal das extra Körnchen Durchhaltevermögen übermitteln sollte, denn an Motivation hat es beiden nicht gefehlt.

Kurz vorher klatschten sich die Trainer des TV Jahn, Dennis Bauch und der SGS, Dennis Yaghobi, noch einmal ab und freuten sich auf einen harten und Nerven aufreibenden Endspurt. Tim Krumfuss ließ sich anfänglich auf den 400m Freistil nicht beirren von den schnell losschwimmenden Osnabrückern. Er schwamm sein eigenes Tempo und blieb immer leicht hinter seinem Kontrahenten. Am Ende standen die unfassbare Zeit (4:23,59), aber leider auch 3 Sekunden Rückstand auf dem Zettel. Dieses machte aber über die lange Strecke nur 18 Punkte mehr Rückstand aus. 69 Punkte Rückstand auf den TV Jahn Wolfsburg und unerreichbar scheinende 116 Punkte auf den davor liegenden VfL Osnabrück war nun die Situation mit der sich Leo Fischer ein letztes Mal auseinander setzen musste. Aber ein Blick in sein Gesicht genügte, um zu wissen, dass er gewillt war, beide Teams noch einzuholen.

Die Stimmung in der Halle kochte über, so ging es auch für die weiteren Teams um den möglichen Aufstieg in die 2. Bundesliga. Plötzlich, vor dem Startsignal, Totenstille. Der Pfiff ertönt und einer schießt von Anfang an, vorne weg. Leo Fischer, dominiert die 100m Freistil, mit jeder Wende setzt er sich mehr und mehr von dem gesamten Feld ab. Osnabrück und Wolfsburg sind weit abgeschlagen als er in 53,10 Sekunden anschlägt. Aber, hat es gereicht um den 6. Platz zu erklimmen?

Es sind Minuten des Bangens und Hoffens die vergehen, bis endlich die Siegerehrung stattfindet. Das Team ist mega happy, hat es vor Allem im zweiten Abschnitt alles aus sich herausgeholt und den Wettstreit angenommen.

Dann wurde das Ergebnis bekannt gegeben. Ein wenig Ernüchterung machte sich breit. Man konnte die Wolfsburger noch einholen und mit 54 Punkten Abstand hinter sich lassen. Aber die Osnabrücker gewannen das Rennen um den begehrten 6. Platz mit gerade einmal 24 Punkten, was über die 100m Kraul, knapp eine Sekunde ausmachen.

Dennoch war man mit dem 7. Platz vollkommen zufrieden, hatte man doch schlussendlich die erhoffte Punktemarke von 16.000 deutlich überboten mit insgesamt 16.124.

Nun heißt es abwarten und Tee trinken, bis die Landesligen aus Hamburg und Schleswig-Holstein ebenfalls veröffentlicht und somit feststeht, ob der niedersächsische Gewinner, Hannover 96 in die 2. Bundesliga aufsteigt, wodurch der Barsinghäuser Verbleib in der Landesliga gesichert wäre.

Abschließend lagen sich beide Coaches(Wolfsburg und Barsinghausen) noch einmal in den Armen und beglückwünschten sich für den mega Fight den man über 11 Stunden lang ausgetragen hatte.

Beendet wurde der Abend für alle Schwimmer und die zwei Kampfrichterinnen(Bettina Knuth und Nicole Henke), bei einem geselligen Pizzaessen, bevor man sich erschöpft, aber auch glücklich und zufrieden über das geleistete, zurück nach Hause in die Deisterstadt begab.

Endstand - männlich

Platz Mannschaft Verein Punkte Abstand

  1. Hannover 96 I Hannover 96 17503
  2. SG Region Oldenburg SG Region Oldenburg 17203 300
  3. SSG Braunschweig I SSG Braunschweig 17059 144
  4. Celler SC I Celler SC 16863 196
  5. Waspo Nordhorn I Waspo Nordhorn 16562 301
  6. VfL Osnabrück I VfL Osnabrück 16148 414
  7. SGS Barsinghausen SGS Barsinghausen 16124 24
  8. TV Jahn Wolfsburg I TV Jahn Wolfsburg 16070 54
  9. TSV Quakenbrück I TSV Quakenbrück 15572 498
  10. W98 Hannover III W98 Hannover 14593 979
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